Es war einmal im Makerspace… 2015

Es war einmal im Makerspace… 2015

Wer von Anfang an – also spätestens seit der Eröffnung am 11.4.2015 – im Makerspace aktiv ist, der wird sich vielleicht noch erinnern, wie es Mitte April in den Werkstätten ausgesehen hat. Nach der erfolgreichen Suche nach Pionier-Mitgliedern und dem Unterzeichnen des Mietvertrages hatten wir vom Orga-Team mit Hilfe vieler fleißiger Helfer wochenlang geschuftet, damit wir am Eröffnungstag etwas vorzeigen können. Und wir waren durchaus stolz auf das, was wir bis Mitte April auf die Beine gestellt hatten. Allein das Einziehen der Zwischenwände hat nicht nur viel Arbeitszeit verschlungen, sondern auch fast 200 Platten Gipskarton. Vom Anbringen der Beleuchtung, dem Gestalten der Werkstätten, dem Aufbau der Regale, dem Transport und Aufbau der Maschinen und vielem Anderen wollen wir gar nicht erst reden. Trotz dieses enormen Einsatzes muss(te) man ganz ehrlich zugeben, dass es an vielen Ecken und Enden noch etwas hakte. Hätte man ein größeres Projekt umsetzen wollen, wäre man doch sehr, sehr schnell an Grenzen gestoßen. Mit etwas Pech fehlten trotz der vielen Material- und Werkzeugspenden genau die Kleinteile, die man gerade benötigte, von größeren Werkzeugen/Maschinen ganz zu schweigen.

Es ist absolut unglaublich, wie sich der Makerspace seitdem entwickelt hat! Selbst wenn es in dem einen oder anderen Bereich immer noch nicht ganz so läuft, wie wir uns das vorstellen. Große Projekte wie ein Etagen-Hochbett oder ein tolles Kinderbett in LKW-Form sind mittlerweile überhaupt kein Problem mehr. Fast alle Bereiche sind eingerichtet (und werden von ungefähr 80 Leuchtmitteln ins rechte Licht gesetzt), Werkzeuge und Material ausreichend vorhanden und in rund 250 Meter Regale einsortiert.

Holzwerkstatt im Februar 2015Holzwerkstatt im April 2015Holzwerkstatt im Januar 2016

Bilder: Holzwerkstatt in Februar und April 2015 sowie im Januar 2016

Es gäbe viele Geschichten über 2015 zu erzählen, ob nun vom Besuch des MDR-Fernsehteams Ende Juni oder vom Tag Der Offenen Tür Ende August, von unserem Messe-Auftritt bei der Modell-Hobby-Spiel im Oktober, von verschiedenen abenteuerlichen Fahrten quer durch die Republik (z. B. Nürnberg, Bremen, Berlin), um Maschinen-Spenden abzuholen, oder…

Neben der Eröffnung war für alle Beteiligten der Video-Dreh für unser Crowdfunding auf Visionbakery.com ein weiterer Höhepunkt. Schon beim Aushecken des Drehbuches gab es am laufenden Band Lachanfälle, die anstrengender waren als acht Stunden Kohlen schippen. Wie wir das Script unter diesen Umständen fertig bekommen haben, wird uns auf ewig ein Rätsel bleiben. Und auch beim eigentlichen Dreh sorgte jede Panne für große Erheiterung. Und wenn erst einmal der (Lach)Wurm drin ist… Je größer das Bemühen, endlich wieder ernst zu werden, umso aussichtsloser das Unterfangen. Wenn nicht jemand gerufen hätte “Ok, Pause!” – wir würden heute noch dastehen und hysterisch kichern. Nun, der Einsatz hat sich gelohnt! Über 6.000 Euro kamen bei uns an, ohne die wir den Ausbau nur mit großen Problemen finanzieren können hätten. Wer das Video immer noch nicht gesehen hat, kann das auf unserer Startseite.

Eine wichtige und positive Erfahrung war auch, dass das Projekt als solches sehr lebendig und eigenständig (geworden) ist und sich die Abhängigkeit von einzelnen “Funktionsträgern” in engen Grenzen hält. Im Laufe von knapp zwei Jahren sind immer wieder aus beruflichen oder gar gesundheitlichen Gründen wichtige Mitglieder vorübergehend oder endgültig ausgestiegen, die man im ersten Schreck für unersetzbar hielt. Nun, den Makerspace gibt es offensichtlich immer noch. Er hat laufen gelernt. Wie alle Eltern sind wir “Gründerväter” (und auch die Mütter) darüber sehr glücklich und auch stolz.

Zahlen sagen nicht viel über die “Seele” eines Projektes. Interessant sind sie allemal. Ende des Jahres hatte der Makerspace rund 75 zahlende Mitglieder. Zur Eröffnung waren es etwa 55. Im gleichen Zeitraum fanden um die 50 Workshops statt. Zuletzt hieß es immer öfter “AUSGEBUCHT!!!”. Kurz vor Jahresschluss durften wir uns über Like Nummer 1.500 auf Facebook freuen. Und während die Dresdner Rosenwerke zu unserem großen Bedauern mit erheblichen finanziellen Problemen zu kämpfen haben, dürfen wir mit Fug und Recht behaupten, vergleichsweise gut dazustehen, obwohl wir bisher einen “ordentlichen” fünfstelligen Betrag in Einrichtung und Ausbau investiert haben und jeden Monat über 1.600 für Miete, Nebenkosten und Strom zahlen. Der Versuch, die von allen Mitgliedern ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden irgendwie zu beziffern, scheitert an der immens großen Zahl derselben.

Auch wenn es ganz am Ende des Artikels steht, ist es uns besonders wichtig, danke zu sagen. Danke an alle Mitglieder, die nicht nur durch ihren finanziellen Beitrag den Makerspace Leipzig möglich machen, sondern unsere und Eure Mitmachwerkstatt auch – vielleicht sogar vor allem – durch ihre Projekte und ihren Einsatz erst zum Leben erweckt und ihr einen Sinn gegeben haben. Dank auch allen Spendern, ob nun von Werkzeug, Material oder Geld. Und auch den Sponsoren (u. A. TBH GmbH, VLW – Vereinigte Leipziger Wohnungsgenossenschaft eG) sei gedankt. Vergessen darf man auf keinen Fall die LeiSA gGmbh (sprich: die VILLA), insbesondere Geschäftsführer Oliver Reiner, der uns seit gefühlten Jahrzehnten mit Rat und Tat und vor allem viel Herzblut zur Seite steht, obwohl er sich noch um unzählige andere Projekte kümmern muss.

Zuletzt – dann habt ihr es überstanden – muss ich noch die ganzen “verrückten” Typen vom Orga-Team erwähnen (und die, die mal dazugehört haben), die Öffnungszeiten betreuen, Workshops geben, die jede Woche wahnsinnig viele Stunden in Organisation und weiteren Ausbau stecken, die all die vielen, vielen Aufgaben bewältigen, die so ein großes Projekt tagtäglich mit sich bringt. Und das alles – man kann es nicht oft genug betonen – ehrenamtlich und ohne jeden materiellen Lohn. 2016 machen wir weiter so oder noch besser – und das ist ein Versprechen! Aber wir zählen auch weiterhin auf Eure Unterstützung. Nur zusammen können wir die Erfolgsgeschichte “Makerspace Leipzig” 2016 fortsetzen.

SaubermachenAndrangPioniertreffen

Pionier-Treffen im Januar. Würden wir genug Pionier-Mitglieder finden, um den Mietvertrag unterschreiben zu können? Die (An)Spannung im Vorfeld war wirklich unerträglich.

AnfangFortschritteLicht am Ende des Tunnels

Auf der finanziellen Ebende waren die beiden sehr gut besuchten Pionier-Treffen weit mehr als nur die halbe Miete. Aber das hieß nicht, dass die Arbeit nun eine Ende finden würde. Ganz im Gegenteil! Allein die Zwischenwände waren eine echte Herausforderung. Besonders beliebt waren Spachteln und Schleifen. Man kann solche Arbeiten “meditativ” nennen oder nutzen. Für die meisten von uns waren sie eher “mental grenzwertig”.

DrehtagVor dem ZeichnenBegeisterung

Sehr unterhaltsam waren die Arbeiten am Video für unser Crowdfunding. Wie viel Spaß wir dabei hatten, spiegelt auch das Ergebnis wider. Und lasst Euch nicht vom dritten Bild täuschen! Auch Christoph war begeistert.

EroeffnungsfeierMuggeAn der Buttonpresse

Nach den anstregenden Aufbau-Arbeiten zwischen Februar und April haben auch wir uns wie verrückt auf die Eröffnungsfeier gefreut.

Tag der offenen TürErklärbär SteffenSiebdruck-Beutel

Auch Ende August, am Tag-der-offenen-Tür, herrschte emsiges Treiben.

Unser StandFür alle Altersklassen interessant.Robotik

Während wir auf der 2014er Modell-Hobby-Spiel noch “irgendwo” standen, durften wir uns 2015 im “Fabberland” in der Glashalle präsentieren. Der Andrang war enorm. Und wie man sieht, ist der Makerspace auch für ältere Semester interessant. Das finden wir ausgesprochen gut.

André

Beitrags Autor

Gründungsmitglied - Koordinator Marketing - Verantwortlicher Upcycling